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Kompetenzmodell – Definition, Aufbau & Praxis-Anleitung

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Kompetenzmodell – Definition, Aufbau & Praxis-Anleitung

Ein Kompetenzmodell beschreibt die Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen, die Mitarbeitende für den Erfolg in einer bestimmten Rolle benötigen. Es bildet die Grundlage für strategische Personalauswahl, gezielte Weiterbildung und faire Leistungsbeurteilung. Studien empfehlen maximal 12 Kompetenzen pro Modell für praktische Anwendbarkeit (Campion et al., 2011).

Was ist ein Kompetenzmodell?

Ein Kompetenzmodell ist ein strukturiertes Framework, das die erfolgskritischen Fähigkeiten für Positionen oder das gesamte Unternehmen definiert. Es erfasst sowohl fachliche Qualifikationen (Hard Skills) als auch persönliche und soziale Fähigkeiten (Soft Skills) und macht diese messbar.

Der Begriff „Kompetenz" bezeichnet dabei mehr als reines Wissen: Er beschreibt die Fähigkeit, vorhandenes Wissen und Können situationsgerecht einzusetzen, um Aufgaben eigenständig zu lösen. Ein Kompetenzmodell übersetzt diese abstrakte Definition in konkrete Verhaltenserwartungen.

Im Unterschied zur klassischen Stellenbeschreibung blickt das Kompetenzmodell stärker in die Zukunft: Es definiert nicht nur, welche Fähigkeiten heute erforderlich sind, sondern auch, welche Kompetenzen für künftige Herausforderungen relevant werden. Ein Kompetenzprofil hingegen beschreibt die individuellen Fähigkeiten einer einzelnen Person – der Abgleich zwischen Modell und Profil zeigt den Entwicklungsbedarf.

Die 4 Kompetenzarten im Überblick

Kompetenzmodelle unterscheiden in der Regel vier grundlegende Kompetenzarten, die zusammen ein vollständiges Bild der Anforderungen ergeben.

Fachkompetenz

Die Fachkompetenz umfasst das berufsspezifische Wissen und die technischen Fähigkeiten für eine Position. Dazu gehören Ausbildungsabschlüsse, Zertifikate, Sprachkenntnisse oder Software-Kenntnisse. Diese Kompetenzen lassen sich meist durch Zeugnisse oder Tests objektiv nachweisen.

Methodenkompetenz

Methodenkompetenz beschreibt die Fähigkeit, Aufgaben systematisch zu bearbeiten und Probleme strukturiert zu lösen. Dazu zählen vernetztes Denken, Projektmanagement, Zeitmanagement und analytische Fähigkeiten. Mitarbeitende mit hoher Methodenkompetenz können ihr Fachwissen effektiv in der Praxis anwenden.

Sozialkompetenz

Die Sozialkompetenz ermöglicht produktive Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Sie umfasst Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Empathie und Konfliktlösungskompetenz. In einer zunehmend vernetzten Arbeitswelt gewinnt diese Kompetenzart an Bedeutung.

Personale Kompetenz

Personale Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit zur Selbststeuerung und Eigenverantwortung. Dazu gehören Verantwortungsbereitschaft, Selbstmotivation, Belastbarkeit und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Diese Kompetenzen bestimmen maßgeblich, wie Mitarbeitende mit Herausforderungen und Veränderungen umgehen.

Vorteile eines Kompetenzmodells

Ein durchdachtes Kompetenzmodell bietet Unternehmen mehrere strategische Vorteile:

Strategische Personalplanung: Das Modell macht sichtbar, welche Fähigkeiten im Unternehmen vorhanden sind und welche fehlen. So können HR-Verantwortliche gezielt rekrutieren oder Weiterbildungen planen.

Faire Leistungsbeurteilung: Klare Kompetenzdefinitionen schaffen einheitliche Bewertungsmaßstäbe. Das reduziert subjektive Einschätzungen und macht Beurteilungen nachvollziehbar.

Gezielte Personalentwicklung: Der Abgleich von Soll-Kompetenzen (Modell) und Ist-Kompetenzen (Profil) zeigt individuelle Entwicklungsbedarfe. Weiterbildungen können passgenau geplant werden.

Transparente Karrierewege: Mitarbeitende verstehen, welche Kompetenzen sie für den nächsten Karriereschritt benötigen. Das erhöht die Motivation und Bindung.

Effektives Recruiting: Stellenausschreibungen werden präziser, Vorstellungsgespräche strukturierter. Der Abgleich von Anforderungen und Bewerberprofilen wird objektiver.

Kompetenzmodell erstellen: 5 Schritte

Die Entwicklung eines Kompetenzmodells erfordert systematisches Vorgehen. Die Forschung zeigt, dass erfolgreiche Modelle bestimmte Best Practices berücksichtigen (Campion et al., 2011).

Schritt 1: Unternehmensziele definieren

Jedes Kompetenzmodell muss sich an der Unternehmensstrategie ausrichten. Welche Ziele verfolgt das Unternehmen in den nächsten Jahren? Welche Fähigkeiten braucht die Belegschaft, um diese Ziele zu erreichen? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt.

Schritt 2: Erfolgskritische Verhaltensweisen identifizieren

Im zweiten Schritt werden die Verhaltensweisen ermittelt, die Top-Performer von durchschnittlichen Mitarbeitenden unterscheiden. Dazu eignen sich Interviews mit Führungskräften, die Analyse von Leistungsdaten und die Beobachtung erfolgreicher Mitarbeitender.

Schritt 3: Kompetenzen clustern und definieren

Die gesammelten Verhaltensweisen werden zu übergeordneten Kompetenzen zusammengefasst. Wichtig: Maximal 8-12 Kompetenzen pro Modell sind optimal. Mehr Kompetenzen machen das Modell unhandlich und schwer anwendbar.

Schritt 4: Verhaltensanker formulieren

Verhaltensanker sind konkrete, beobachtbare Beispiele, die zeigen, wie sich eine Kompetenz im Arbeitsalltag äußert. Sie machen abstrakte Begriffe messbar und ermöglichen objektive Beurteilungen. Für jede Kompetenz sollten Anker für verschiedene Ausprägungsstufen definiert werden.

Schritt 5: Validierung mit Stakeholdern

Das fertige Modell wird mit Führungskräften, HR und idealerweise mit Mitarbeitenden abgestimmt. Dieser Schritt stellt sicher, dass das Modell praxistauglich ist und von allen Beteiligten verstanden wird.

Kompetenzmodelle in der Praxis

Die größte Herausforderung bei Kompetenzmodellen liegt in der praktischen Anwendung. Kritiker bemängeln, dass viele Modelle zu abstrakt und im Arbeitsalltag schwer anwendbar seien. Die Lösung liegt in der objektiven Messung definierter Kompetenzen.

Anwendungsfelder im HR-Management

Kompetenzmodelle kommen in verschiedenen HR-Prozessen zum Einsatz: bei der Erstellung von Stellenausschreibungen, in strukturierten Interviews, bei der Leistungsbeurteilung, in Entwicklungsgesprächen und bei der Nachfolgeplanung. Der entscheidende Vorteil: Alle HR-Aktivitäten orientieren sich an denselben Kriterien.

Kompetenzen objektiv messen

Ein Kompetenzmodell entfaltet seinen vollen Nutzen erst, wenn die definierten Kompetenzen auch valide gemessen werden können. Traditionelle Methoden wie unstrukturierte Interviews oder die reine Lebenslauf-Analyse haben dabei Grenzen: Sie sind anfällig für Unconscious Bias und liefern oft keine zuverlässigen Vorhersagen über die tatsächliche Leistung.

Moderne Eignungsdiagnostik setzt daher auf wissenschaftlich validierte Verfahren. Die digitale Plattform Aivy nutzt Game-Based Assessments, um Kompetenzen objektiv zu erfassen. Die spielerischen Tests messen Verhaltensweisen in standardisierten Situationen – unabhängig von Lebenslauf oder Bauchgefühl.

Die Praxis bestätigt die Wirksamkeit: Lufthansa erreicht mit diesem Ansatz eine Trefferquote von 96 Prozent bei der Vorhersage von Assessment-Center-Ergebnissen. Gleichzeitig berichten 81 Prozent der Bewerbenden von einer positiven Erfahrung. Susanne Berthold-Neumann von Lufthansa erklärt dazu: „Die Unterlagen schauen wir uns erst spät an, weil sie nur einen kleinen Teil der Person zeigen und wenig darüber aussagen, ob jemand die Kompetenzen für zukünftige Herausforderungen besitzt."

Häufige Fragen zu Kompetenzmodellen

Was ist ein Kompetenzmodell?

Ein Kompetenzmodell ist eine strukturierte Beschreibung der Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen, die für den Erfolg in einer Rolle oder im gesamten Unternehmen erforderlich sind. Es leitet sich aus der Unternehmensstrategie ab und bildet die Basis für Personalauswahl und -entwicklung.

Welche 4 Kompetenzarten gibt es?

Die vier grundlegenden Kompetenzarten sind: Fachkompetenz (berufsspezifisches Wissen), Methodenkompetenz (Problemlösungs- und Arbeitstechniken), Sozialkompetenz (Kommunikation und Teamfähigkeit) sowie personale Kompetenz (Selbstmanagement und Eigenverantwortung).

Wie viele Kompetenzen sollte ein Kompetenzmodell haben?

Forschungsergebnisse empfehlen maximal 12 Kompetenzen pro Modell, idealerweise 8-10. Mehr Kompetenzen machen das Modell unübersichtlich und erschweren die praktische Anwendung. Die Beschreibung einer einzelnen Kompetenz sollte nicht mehr als eine halbe A4-Seite umfassen.

Was sind Verhaltensanker?

Verhaltensanker sind konkrete, beobachtbare Beispiele dafür, wie sich eine Kompetenz im Arbeitsalltag zeigt. Sie machen abstrakte Kompetenzbegriffe messbar und ermöglichen eine objektive Beurteilung. Gute Verhaltensanker sind für verschiedene Kompetenzstufen definiert.

Wie misst man Kompetenzen objektiv?

Objektive Kompetenzmessung gelingt durch strukturierte Interviews mit vordefinierten Verhaltensankern, Assessment Center mit standardisierten Übungen, psychometrische Tests, Game-Based Assessments und 360-Grad-Feedback. Die Kombination mehrerer Methoden erhöht die Vorhersagegenauigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Kompetenzmodell und Kompetenzprofil?

Das Kompetenzmodell definiert die Soll-Anforderungen für Rollen oder das gesamte Unternehmen. Das Kompetenzprofil beschreibt die Ist-Kompetenzen einer einzelnen Person. Der Vergleich beider zeigt den individuellen Entwicklungsbedarf.

Wann sollte ein Kompetenzmodell aktualisiert werden?

Kompetenzmodelle sollten mindestens alle zwei bis drei Jahre überprüft werden. Bei strategischen Neuausrichtungen, größeren organisatorischen Veränderungen oder im Zuge der Digitalisierung ist eine frühere Aktualisierung sinnvoll, da sich Anforderungen schnell ändern können.

Fazit

Ein Kompetenzmodell schafft Klarheit darüber, welche Fähigkeiten dein Unternehmen heute und in Zukunft braucht. Es verbessert Personalauswahl, Leistungsbeurteilung und Mitarbeiterentwicklung – vorausgesetzt, die definierten Kompetenzen werden auch valide gemessen. Die Kombination aus klarem Kompetenzmodell und wissenschaftlich fundierter Diagnostik macht Personalentscheidungen nachvollziehbar und fair.

Du möchtest erfahren, wie Aivy die Kompetenzen deiner Bewerber:innen objektiv und wissenschaftlich fundiert erfasst? Mehr über Aivy's Eignungsdiagnostik erfahren

Quellen

  • Campion, M. A., Fink, A. A., Ruggeberg, B. J., Carr, L., Phillips, G. M. & Odman, R. B. (2011). Best Practices in Competency Modeling. Personnel Psychology, 64(1), 225-262. https://doi.org/10.1111/j.1744-6570.2010.01207.x
  • Krumm, S. & Mertin, I. (2012). Kompetenzmodelle. Göttingen: Hogrefe.
  • Schuler, H. & Höft, S. (2007). Konstruktorientierte Verfahren der Personalauswahl. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch Personalpsychologie (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
  • ITB Consulting (2024). HR-Wiki: Kompetenzmodell. https://www.itb-consulting.de/HR-Wiki/kompetenzmodell/
  • Erpenbeck, J. & von Rosenstiel, L. (2017). Handbuch Kompetenzmessung (3. Aufl.). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.
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Kompetenzmodell – Definition, Aufbau & Praxis-Anleitung

Ein Kompetenzmodell beschreibt die Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen, die Mitarbeitende für den Erfolg in einer bestimmten Rolle benötigen. Es bildet die Grundlage für strategische Personalauswahl, gezielte Weiterbildung und faire Leistungsbeurteilung. Studien empfehlen maximal 12 Kompetenzen pro Modell für praktische Anwendbarkeit (Campion et al., 2011).

Was ist ein Kompetenzmodell?

Ein Kompetenzmodell ist ein strukturiertes Framework, das die erfolgskritischen Fähigkeiten für Positionen oder das gesamte Unternehmen definiert. Es erfasst sowohl fachliche Qualifikationen (Hard Skills) als auch persönliche und soziale Fähigkeiten (Soft Skills) und macht diese messbar.

Der Begriff „Kompetenz" bezeichnet dabei mehr als reines Wissen: Er beschreibt die Fähigkeit, vorhandenes Wissen und Können situationsgerecht einzusetzen, um Aufgaben eigenständig zu lösen. Ein Kompetenzmodell übersetzt diese abstrakte Definition in konkrete Verhaltenserwartungen.

Im Unterschied zur klassischen Stellenbeschreibung blickt das Kompetenzmodell stärker in die Zukunft: Es definiert nicht nur, welche Fähigkeiten heute erforderlich sind, sondern auch, welche Kompetenzen für künftige Herausforderungen relevant werden. Ein Kompetenzprofil hingegen beschreibt die individuellen Fähigkeiten einer einzelnen Person – der Abgleich zwischen Modell und Profil zeigt den Entwicklungsbedarf.

Die 4 Kompetenzarten im Überblick

Kompetenzmodelle unterscheiden in der Regel vier grundlegende Kompetenzarten, die zusammen ein vollständiges Bild der Anforderungen ergeben.

Fachkompetenz

Die Fachkompetenz umfasst das berufsspezifische Wissen und die technischen Fähigkeiten für eine Position. Dazu gehören Ausbildungsabschlüsse, Zertifikate, Sprachkenntnisse oder Software-Kenntnisse. Diese Kompetenzen lassen sich meist durch Zeugnisse oder Tests objektiv nachweisen.

Methodenkompetenz

Methodenkompetenz beschreibt die Fähigkeit, Aufgaben systematisch zu bearbeiten und Probleme strukturiert zu lösen. Dazu zählen vernetztes Denken, Projektmanagement, Zeitmanagement und analytische Fähigkeiten. Mitarbeitende mit hoher Methodenkompetenz können ihr Fachwissen effektiv in der Praxis anwenden.

Sozialkompetenz

Die Sozialkompetenz ermöglicht produktive Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Sie umfasst Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Empathie und Konfliktlösungskompetenz. In einer zunehmend vernetzten Arbeitswelt gewinnt diese Kompetenzart an Bedeutung.

Personale Kompetenz

Personale Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit zur Selbststeuerung und Eigenverantwortung. Dazu gehören Verantwortungsbereitschaft, Selbstmotivation, Belastbarkeit und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Diese Kompetenzen bestimmen maßgeblich, wie Mitarbeitende mit Herausforderungen und Veränderungen umgehen.

Vorteile eines Kompetenzmodells

Ein durchdachtes Kompetenzmodell bietet Unternehmen mehrere strategische Vorteile:

Strategische Personalplanung: Das Modell macht sichtbar, welche Fähigkeiten im Unternehmen vorhanden sind und welche fehlen. So können HR-Verantwortliche gezielt rekrutieren oder Weiterbildungen planen.

Faire Leistungsbeurteilung: Klare Kompetenzdefinitionen schaffen einheitliche Bewertungsmaßstäbe. Das reduziert subjektive Einschätzungen und macht Beurteilungen nachvollziehbar.

Gezielte Personalentwicklung: Der Abgleich von Soll-Kompetenzen (Modell) und Ist-Kompetenzen (Profil) zeigt individuelle Entwicklungsbedarfe. Weiterbildungen können passgenau geplant werden.

Transparente Karrierewege: Mitarbeitende verstehen, welche Kompetenzen sie für den nächsten Karriereschritt benötigen. Das erhöht die Motivation und Bindung.

Effektives Recruiting: Stellenausschreibungen werden präziser, Vorstellungsgespräche strukturierter. Der Abgleich von Anforderungen und Bewerberprofilen wird objektiver.

Kompetenzmodell erstellen: 5 Schritte

Die Entwicklung eines Kompetenzmodells erfordert systematisches Vorgehen. Die Forschung zeigt, dass erfolgreiche Modelle bestimmte Best Practices berücksichtigen (Campion et al., 2011).

Schritt 1: Unternehmensziele definieren

Jedes Kompetenzmodell muss sich an der Unternehmensstrategie ausrichten. Welche Ziele verfolgt das Unternehmen in den nächsten Jahren? Welche Fähigkeiten braucht die Belegschaft, um diese Ziele zu erreichen? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt.

Schritt 2: Erfolgskritische Verhaltensweisen identifizieren

Im zweiten Schritt werden die Verhaltensweisen ermittelt, die Top-Performer von durchschnittlichen Mitarbeitenden unterscheiden. Dazu eignen sich Interviews mit Führungskräften, die Analyse von Leistungsdaten und die Beobachtung erfolgreicher Mitarbeitender.

Schritt 3: Kompetenzen clustern und definieren

Die gesammelten Verhaltensweisen werden zu übergeordneten Kompetenzen zusammengefasst. Wichtig: Maximal 8-12 Kompetenzen pro Modell sind optimal. Mehr Kompetenzen machen das Modell unhandlich und schwer anwendbar.

Schritt 4: Verhaltensanker formulieren

Verhaltensanker sind konkrete, beobachtbare Beispiele, die zeigen, wie sich eine Kompetenz im Arbeitsalltag äußert. Sie machen abstrakte Begriffe messbar und ermöglichen objektive Beurteilungen. Für jede Kompetenz sollten Anker für verschiedene Ausprägungsstufen definiert werden.

Schritt 5: Validierung mit Stakeholdern

Das fertige Modell wird mit Führungskräften, HR und idealerweise mit Mitarbeitenden abgestimmt. Dieser Schritt stellt sicher, dass das Modell praxistauglich ist und von allen Beteiligten verstanden wird.

Kompetenzmodelle in der Praxis

Die größte Herausforderung bei Kompetenzmodellen liegt in der praktischen Anwendung. Kritiker bemängeln, dass viele Modelle zu abstrakt und im Arbeitsalltag schwer anwendbar seien. Die Lösung liegt in der objektiven Messung definierter Kompetenzen.

Anwendungsfelder im HR-Management

Kompetenzmodelle kommen in verschiedenen HR-Prozessen zum Einsatz: bei der Erstellung von Stellenausschreibungen, in strukturierten Interviews, bei der Leistungsbeurteilung, in Entwicklungsgesprächen und bei der Nachfolgeplanung. Der entscheidende Vorteil: Alle HR-Aktivitäten orientieren sich an denselben Kriterien.

Kompetenzen objektiv messen

Ein Kompetenzmodell entfaltet seinen vollen Nutzen erst, wenn die definierten Kompetenzen auch valide gemessen werden können. Traditionelle Methoden wie unstrukturierte Interviews oder die reine Lebenslauf-Analyse haben dabei Grenzen: Sie sind anfällig für Unconscious Bias und liefern oft keine zuverlässigen Vorhersagen über die tatsächliche Leistung.

Moderne Eignungsdiagnostik setzt daher auf wissenschaftlich validierte Verfahren. Die digitale Plattform Aivy nutzt Game-Based Assessments, um Kompetenzen objektiv zu erfassen. Die spielerischen Tests messen Verhaltensweisen in standardisierten Situationen – unabhängig von Lebenslauf oder Bauchgefühl.

Die Praxis bestätigt die Wirksamkeit: Lufthansa erreicht mit diesem Ansatz eine Trefferquote von 96 Prozent bei der Vorhersage von Assessment-Center-Ergebnissen. Gleichzeitig berichten 81 Prozent der Bewerbenden von einer positiven Erfahrung. Susanne Berthold-Neumann von Lufthansa erklärt dazu: „Die Unterlagen schauen wir uns erst spät an, weil sie nur einen kleinen Teil der Person zeigen und wenig darüber aussagen, ob jemand die Kompetenzen für zukünftige Herausforderungen besitzt."

Häufige Fragen zu Kompetenzmodellen

Was ist ein Kompetenzmodell?

Ein Kompetenzmodell ist eine strukturierte Beschreibung der Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen, die für den Erfolg in einer Rolle oder im gesamten Unternehmen erforderlich sind. Es leitet sich aus der Unternehmensstrategie ab und bildet die Basis für Personalauswahl und -entwicklung.

Welche 4 Kompetenzarten gibt es?

Die vier grundlegenden Kompetenzarten sind: Fachkompetenz (berufsspezifisches Wissen), Methodenkompetenz (Problemlösungs- und Arbeitstechniken), Sozialkompetenz (Kommunikation und Teamfähigkeit) sowie personale Kompetenz (Selbstmanagement und Eigenverantwortung).

Wie viele Kompetenzen sollte ein Kompetenzmodell haben?

Forschungsergebnisse empfehlen maximal 12 Kompetenzen pro Modell, idealerweise 8-10. Mehr Kompetenzen machen das Modell unübersichtlich und erschweren die praktische Anwendung. Die Beschreibung einer einzelnen Kompetenz sollte nicht mehr als eine halbe A4-Seite umfassen.

Was sind Verhaltensanker?

Verhaltensanker sind konkrete, beobachtbare Beispiele dafür, wie sich eine Kompetenz im Arbeitsalltag zeigt. Sie machen abstrakte Kompetenzbegriffe messbar und ermöglichen eine objektive Beurteilung. Gute Verhaltensanker sind für verschiedene Kompetenzstufen definiert.

Wie misst man Kompetenzen objektiv?

Objektive Kompetenzmessung gelingt durch strukturierte Interviews mit vordefinierten Verhaltensankern, Assessment Center mit standardisierten Übungen, psychometrische Tests, Game-Based Assessments und 360-Grad-Feedback. Die Kombination mehrerer Methoden erhöht die Vorhersagegenauigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Kompetenzmodell und Kompetenzprofil?

Das Kompetenzmodell definiert die Soll-Anforderungen für Rollen oder das gesamte Unternehmen. Das Kompetenzprofil beschreibt die Ist-Kompetenzen einer einzelnen Person. Der Vergleich beider zeigt den individuellen Entwicklungsbedarf.

Wann sollte ein Kompetenzmodell aktualisiert werden?

Kompetenzmodelle sollten mindestens alle zwei bis drei Jahre überprüft werden. Bei strategischen Neuausrichtungen, größeren organisatorischen Veränderungen oder im Zuge der Digitalisierung ist eine frühere Aktualisierung sinnvoll, da sich Anforderungen schnell ändern können.

Fazit

Ein Kompetenzmodell schafft Klarheit darüber, welche Fähigkeiten dein Unternehmen heute und in Zukunft braucht. Es verbessert Personalauswahl, Leistungsbeurteilung und Mitarbeiterentwicklung – vorausgesetzt, die definierten Kompetenzen werden auch valide gemessen. Die Kombination aus klarem Kompetenzmodell und wissenschaftlich fundierter Diagnostik macht Personalentscheidungen nachvollziehbar und fair.

Du möchtest erfahren, wie Aivy die Kompetenzen deiner Bewerber:innen objektiv und wissenschaftlich fundiert erfasst? Mehr über Aivy's Eignungsdiagnostik erfahren

Quellen

  • Campion, M. A., Fink, A. A., Ruggeberg, B. J., Carr, L., Phillips, G. M. & Odman, R. B. (2011). Best Practices in Competency Modeling. Personnel Psychology, 64(1), 225-262. https://doi.org/10.1111/j.1744-6570.2010.01207.x
  • Krumm, S. & Mertin, I. (2012). Kompetenzmodelle. Göttingen: Hogrefe.
  • Schuler, H. & Höft, S. (2007). Konstruktorientierte Verfahren der Personalauswahl. In H. Schuler (Hrsg.), Lehrbuch Personalpsychologie (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
  • ITB Consulting (2024). HR-Wiki: Kompetenzmodell. https://www.itb-consulting.de/HR-Wiki/kompetenzmodell/
  • Erpenbeck, J. & von Rosenstiel, L. (2017). Handbuch Kompetenzmessung (3. Aufl.). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

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Florian Dyballa

CEO, Co-Founder

Über Florian

  • Gründer & CEO von Aivy – entwickelt innovative Wege der Personaldiagnostik und zählt zu den Top 10 HR-Tech-Gründern Deutschlands (Business Punk)
  • Über 500.000 digitale Eignungstests erfolgreich im Einsatz bei mehr als 100 Unternehmen wie Lufthansa, Würth und Hermes
  • Dreifach mit dem HR Innovation Award ausgezeichnet und regelmäßig in führenden Wirtschaftsmedien präsent (WirtschaftsWoche, Handelsblatt und FAZ)
  • Verbindet als Wirtschaftspsychologe und Digital-Experte fundierte Tests mit KI für faire Chancen in der Personalauswahl
  • Teilt Expertise als gefragter Vordenker der HR-Tech-Branche – in Podcasts, Medien und auf wichtigen Branchenveranstaltungen
  • Gestaltet aktiv die Zukunft der Arbeitswelt – durch die Verbindung von Wissenschaft und Technologie für bessere und gerechtere Personalentscheidungen
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